Montag, 2. April 2018

Vollkommenheit.

Ich denke oft mehr als ich sage
und fühle mehr als ich erzähl
du fehlst grad so, dass es mich friert
und frag mich, ob auch ich dir einmal fehl.

Ich weiß, es ist nicht deine Art
für all dein Fühlen Wort zu finden
und das, obwohl all deine Blicke
ungefragt
in alle meine Venen münden.

Ich frag mich manchmal
"Was ist Nähe?"
Und auch: "Was ist Verbundenheit?"
Doch wozu brauche ich Beweise?
Deine Nähe ist Vollkommenheit.

Freitag, 9. März 2018

Entdecker.

Wir sollten mehr Bilder miteinander machen.
Du schicktest mir so viele von dir - ich dir viele von mir. Doch selten fängt uns ein Bild gemeinsam ein.
Die Zeit ist meist einfach viel zu kostbar, die Polaroids, die wir mit unseren Augen schießen, einfach viel zu schön und jeder Gedanke, einschließlich des Griffs zum Smartphone, viel zu abwegig.
Seitdem ich dich kenne, entführst du mich auf neue Wege: du zeigst mir Orte, und du wirst immer ihr Attribut bleiben. Es fühlt sich an wie Aufbruch und Heimkehr zugleich.
Und nicht lang wird es dauern und wir beide werden Entdecker sein - meine Hand wird in deiner oder sanft an deinem Rücken ruhen, dein Blick auf der Welt und mein Blick auf deinem. Ich glaube, wir mögen es beide, uns gegenseitig beim Staunen zu bestaunen.
Lass es bitte tausende und abertausende Momente werden. Lass sie einsinken in unsere Herzen, lass sie vorüberziehen und Platz machen für die nächsten.
Und dabei sollten wir mehr Bilder miteinander machen!
Aus ihnen werden wir einen Film basteln, bei dem wir sogar sicher vor dem Abspann einschlummern, sodass wir nie behaupten werden, dass so etwas wie unser Abspann existiere.

Montag, 5. März 2018

Erhebung.

[es fühlt sich an
wie nochmal erwachen
in eine zweite Lunge atmen
sowie der Spiegel mich übersteigt]
und alles zittert
und alles bebt
unter schwebenden Sohlen:
die Glocke erstummt beim Berühren.
wenn erst das Himmelblau birst
im Azurhagel harren
wenn erst das Flüstern schreit
"es ist schon alles hier"
so stehe ich dann bei dir
verloren in der Zeit.

Donnerstag, 1. März 2018

Nächte enden.

Ich will nicht, dass die Nächte enden
Ich will mit dir die Zeit verschwenden
Meine Knochen liegen schwer
schon besetzt mit Raureif
neben vertrauten Sternen
Ich will den nächsten Atem spüren
So frei hinter geschlossnen Türen
Über Boden schleifen
meine Hände vergraben
wie in deine Haut
Ich will nicht zu dem Morgen beten
werd nur zu deinem Kreuze treten
Deine Absolution
viel zu lang erwartet
mit durstigen Lippen.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Mund zu Mund.

Sie entsteht im Moment
und sie währt mit dem Mond
auf mit der Sonne
und wie sie dort thront/
von Brust zu Kopf
von Mund zu Mund
sie schmiedet mit Sanftmut
den stärksten Verbund/
wo wir sie nur finden
wir heben sie auf
und geben nie auf
durch sie uns zu binden/
verbrannt zu Asche
zerstreut in der Nacht
Jünger der Liebe
du atmest so sacht/
sie liegt in uns allen
die Krypta im Dom
wir folgen dem Sog
und sie ist der Strom//

Mittwoch, 14. Februar 2018

Zugvögel.

Kannst du bitte mit mir lachen,
wenn mein Kopf sich wieder dreht?
Die Gewohnheit zu zerdenken
gibt mich leider niemals auf aber
wenn wir lachen dann
kann ich im Moment sein
und du bist so gut darin,
meine Angst mit Hoffnung zu ersetzen -
was fällt mir ein,
dein Licht nicht zu schützen?
Anstatt dich beim Fliegen zu bestaunen:
selber fliegen lernen!
Wir müssen keine Kraniche sein
keine Sternschnuppen als Gold
manchmal werden wir müde sein
und aufhören mit den Flügeln zu schlagen,
und manchmal werden wir uns in Spiralen umkreisen
die Sonne küssen und uns vom Aufwind aufheben lassen,
vielleicht sind wir dann einfach Zugvögel,
quer durch unsere eigenen Jahreszeiten ziehend.
Deal?

Donnerstag, 8. Februar 2018

Stargazer.

Manche schau'n den Lichtern
abends gern beim Flackern zu
und Manche woll'n sie gerne greifen,
sind wir wissend oder töricht
wenn nur harrend unsere Blicke
über diese Sterne schweifen?
Lehnt meine laute Stirn
nun leicht an deinem Haar,
oder ist es nur die kalte Wand?
Nimmst du mich nur zum Spazieren
oder auch mit deinem Herzen
an die Hand?
Du bist der freiste Vogel dieser Welt
und im Vorüberziehen
hab ich dich - und du mich getroffen,
mein Herz gleicht wohl einem Käfig
doch weil du so frei bist und so bleibst
lass ich für dich die Türe offen.
Ich liege hier; ich schau den Lichtern
schlaflos lang beim Flackern zu
und frage nach Notwendigkeit -
vielleicht muss man manchmal gar nicht greifen
oder sollte nicht - doch wenn ich söllte:
ich wär' bereit.

Samstag, 3. Februar 2018

Versprechen.

Ich hab den Dämmerwolken
ein Versprechen mitgegeben.
Und ich denke fest daran
während es auf den zarten Rücken
aus meiner Fassung gleitet;
Hab es gesprochen für meine Füße,
die oft nicht tragen wollen
aber müssen
und gesprochen für meine Finger,
die sich so oft ausstrecken
und so oft nur in den Wind.
Ich habe es gesprochen mit einer Stimme
die ihre Wurzeln in die feste Erde schlug
um emporzuzweigen 
und mich zu umwachsen mit meinem Wort.
Was ich verspreche,
wird mich sicher nicht schützen,
es wird mich nicht bergen vorm Feuer
und mir Dunkelheit nicht ersparen;
Doch wird es mich läutern
und dafür sorgen,
dass ich nicht zu grünem Glas erstarre
wenn man mich ruft
zum Ort, wo alles plötzlich Sinn macht.
Und so verspreche mir und allem:

Ich werde meine Liebe nicht verstecken.

Freitag, 2. Februar 2018

Shepherd.

am not asking for a favor
my lily-livered lover
not asking to be good
not asking to be there
just waiting for a sound
no loath and no lair.

what about your dedication?
seen you smile from all across
the place where we first met
it was a tender one
and all my fences gone
for then you were my shepherd.

now sittin' here at night
listenin' to the music
hittin' me the most
feelin' so fuckin' blessed
that I got to know you -
will you ever feel
nearly as loved?

and out of that emotion
wanna still the waiting
wanna feel it fading
so everything remaining
is made out of devotion.

Dienstag, 9. Januar 2018

Fantasie.

Es ist ein Ort, wo fall'nde Sterne
in ihrer Laufbahn nicht verglüh'n,
wo alle Vögel trotz der Kälte
nie von ihren Ästen flieh'n,
wo der Duft aus allen Blüten
haftenbleibt und nicht verblasst
und man den Auf- und Untergang
der roten Sonne nie verpasst.

Es ist ein Ort, wo wir uns treffen,
um uns ewig anzuschau'n,
wo wir uns fassen voller Glut,
um flüsseweise Eis zu tau'n,
wo ich nichts sage und du horchst,
du alles weißt, bevor ich's ahn'
und es egal ist, was wir sind,
ob Wunder, Wetter oder Wahn.

Das ist ein Ort, den ich nun sehe,
ich sag dir: es ist Fantasie.
Dieser Ort, noch ist er nirgends,
wär' besser jetzt, als wär' er nie!