Es ist die Frage, die ich nicht frage,
nach Gefühlen, die du nicht willst,
die mehr schmerzen, als der Schmerz
der Stille, den du nicht stillst.
Dienstag, 9. Januar 2018
Fragen.
Mittwoch, 3. Januar 2018
Lunatics.
In unendlichen Kreisen
verschwimmen
die Mondsüchtigen
zu einem Traum,
der mit der Strömung
tanzt und
über ihnen:
die blassglänzende Droge
mit ausgedehnter Wachsamkeit.
Durch die Ringe des Saturn
tauchen
und selbst
Phobos und Deimos spielen
- stellare Gefühle auf Erden.
Samstag, 30. Dezember 2017
Flut.
Es wäre der seichteste Anfang
Das glorreiche Finale:
Zwei, die sich in ihrem Verlorensein
verloren glauben
Sich schenken:
das rettende Gefundenwerden
(worauf zu hoffen so naiv
und doch so unausweichlich ist)
Denn die unentdeckten Wunden
möchten sich geheilt wissen
Und die wachtrockenen Augen
möchten mehr schlafen denn je
Und egal was er auch sagt
ich glaube es
ich halte es
ich atme es
Und ich bete, es ist die Flut
Und nicht die Ebbe
Freitag, 15. Dezember 2017
Ufer.
Zu deinem Puls werfe ich den Kopf zurück
Und mit geschlossenen Lidern
Das Ziehen im Herzen spüren
Das Zittern im Nacken
Die Nässe zwischen den Schulterblättern
Tropenwärme im Sekundentakt.
Du bist der Alarm.
Und aus dem ermüdeten Schlaf
Fallen: in deinen wachsamen Blick.
Und er so oft auch abgewendet
wovor?
(Daran hat sich mein Mund schon gewöhnt)
So oft auch kehrst du zurück
und dann
Die Weite im Herzen spüren
Die Wärme bis zu den Füßen.
Und das Ufer in deinen Augen.
Sonntag, 26. November 2017
Gefangenschaft.
Gefangen sind wir im Wollen
zwischen uns im Jetzt
und uns im Dann.
Und diese Gefangenschaft ist
der Inhalt unseres Lebens.
Frei ist der, der nicht mehr will,
nicht weg vom Jetzt,
nicht ins Dann,
weil er nicht weiß, was es birgt
und was es sonst verspräche.
Und dieses Freisein nennen wir Erleuchtung
oder Seligkeit
und wir machen es
zum unantastbaren Mysterium.
Und so weinen wir über die Dunkelheit
in unserem Schatten,
obwohl wir ihn selbst werfen,
sowie wir in der Sonne stehen.
Lux Aeterna.
mein froststarres Gras mit deinen
heißblütigen Sohlen tauen und
atmen lassen
Ich könnte dein Bett sein
und du
nie erwachen solang
der flackernde Himmel
vorüberzieht
Und wir
vor dem ewigen Licht
mit verwobenen Fingern
ausgebreitet
zwischen allen Horizonten
hilflos vor der Zeit
Und hinter alledem
niemand der suchte
sondern finden ließ
Samstag, 25. November 2017
Sollbruchstellen.
und ich finde meine Sollbruchstellen
noch bevor die tiefsten Gründe beben
schlagen meine Ozeane Wellen
Ich bin so treudumm wie ein Hund
laufe hinter Herrscherbeinen her
geb mich hin dann her dann auf
geb viel zu viel und immer mehr
Ich bin eine Seifenblase
voll Fantasie schweb ich dahin
Du bist der bittersüße Dorn
dem ich jetzt ganz ergeben bin
Du bist das Alles meiner Träume
und du reißt mich aus der Nacht
Du bist die Leere aller Worte
die mich schweigend rasend macht
Du bist der Gott zu dem ich bete
Du bist die Sünde die mich straft
Ich bin der Sklave der dich trägt
zu lang schon durstig ohne Kraft
Dienstag, 27. Dezember 2016
Sonne.
mildgetönter Flammenriese,
in dein zartgestrichnes Seidenmeer
- den letzten Augenschlag mit so viel Ruhm getan,
als wär' der Mensch dir Untertan
und dir alle Stäube Heer -
und wie aus mir heraus
bin ich hier in deinem Bann,
bin auch ich nun Untertan?
Halte inne, halte aus,
bis du Ruhe findest im Gestein,
wo's nicht mehr Pflicht ist,
Mächtigster zu sein
und mich freilässt in das
Dunkelsamt.
Donnerstag, 8. Oktober 2015
Aus der Ferne.
so steht er am Meer, er steht und er fällt;
und tausendmal dreh'n, wo kann er es sehen,
so rastlos er scheint, so schwer ist das Flehen.
Erhellt sie die Ufer nicht wundersam weich,
entlegen am Rande im bindenden Teich,
mit gleichendem Rhythmus versendet sie Licht,
ihr wahres Verlangen empfängt sie nur nicht.
Nur manchmal passiert's: sie leuchten sich an,
so weit aus der Ferne; sie stehen im Bann,
fast halten sie inne, weil etwas sie hält,
mit kreisendem Schein, verblendend die Welt.
Dienstag, 15. September 2015
Das Erste und das Letzte.
So wie du mich nun ansiehst,
nein, so kenne ich dich nicht.
Hab ich dich zu lang nicht angesehen?
Ich weiß, das bedeutete dir wohl alles,
und das, das scheint jetzt zu vergehen.
Kenn ich dich?
So wie du zu mir sprichst,
nein, so kenne ich dich nicht.
Hab ich dich zu lange nicht gesprochen?
Ich glaube, das hielt dich noch zusammen,
doch jetzt scheinst du zerbrochen.
Kenn ich dich?
Das, was ich in deinen Augen sehe,
habe ich noch nie gekannt.
Selbst, wenn ich zum Schicksal flehe,
hab ich dir die Haut verbrannt.
Und nun, das alles,
nur Spiegelsplitter bleiben mir von dir,
alles, was ich trotzdem täglich fühle,
kommt jetzt nicht mehr zurück zu mir.
Du drehst deine Runden,
ich drehe mich im Kreis,
und doch bist du das Erste und das Letzte,
von dem ich sag: ich weiß.